Frank Turner & The Sleeping Souls

DI, 26.04.2022

Informationen
Frank Turner & The Sleeping Souls

The Never Ending Tour Of Everywhere 2022
DI, 26.04.2022 - halle02 / Heidelberg
Einlass 19:00 Uhr - Beginn 20:00 Uhr
Tickets ∆ Infos: www.delta-konzerte.de
Normalpreis: 33,55€ (inkl. Gebühren)

Adresse
halle02
Zollhofgarten 2
69115 Heidelberg, DE

Es dürften global nur wenige Künstler*innen dermaßen unter der angespannten Lockdown-Lageder letzten 20  Monate gelitten haben wie der  ebenso nah-wie  fühlbare  Punk-Troubadour  der Postmoderne,  Frank  Turner. Zum einen, weil es tatsächlich kaum vergleichbare Musiker*innen gibt, die mit einem solchen Engagement  und  Drang  fast  pausenlos jede Konzertbühne bespielen, auf der sich eine  Gitarre  und  ein  Mikro  einstöpseln lassen (in  Zahlen:  rund 3.000 Shows vor insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen innerhalb von 15 Jahren Solokarriere). Und zum anderen, weil Frank Turners einzigartiges „Lost Evenings“-Festival, das er ein Mal jährlich an einem besonderen Ort veranstaltet und welches im vergangenen Jahr erstmals in Berlin stattfinden sollte, als eine der ersten Großveranstaltungen im Frühjahr 2020 gecancelt werden musste.Dennoch  kann  ein  derart  von  der  Kunst  und  dem  konzertanten Kollektiverlebnis Getriebener  wie  Frank  Turner  auch  in  Zeiten  eines Lockdowns nicht  einfach untätig daheim sitzen und Gitarrenläufe üben. Entsprechend dürfte man kaum Artists finden, die sich ihrPublikum  in  den  zurück liegendenMonaten  derart  regelmäßig  und extensiv per Livestream ins heimische Wohnzimmer holten.Auch dabei ging es nicht nur  ums Musik machen,  sondern  um  einen  existenziellen  Mehrwert:  Im  Rahmen seiner zahllosen, teils spontan anberaumten Livevideo-Sessions sammelte er knapp 300.000 britische Pfund ein zur Unterstützung und Rettung zahlloser kleiner Liveclubs in ganz Großbritannien (sowie einigen internationalen Clubs, darunter auch das Hamburger Molotow)-ein Engagement, für das er mit dem bedeutenden „Music Venues Trust Award“ ausgezeichnet wurde für sein „Outstanding Achievement for Grassroots Music Venues“. Denn auch, wenn Turner nun schon seit vielen  Jahren und Tourneen meist die größeren Hallen füllt, weiß er, wo er herkommt und was ein „Punkrocker by heart“ seiner Szene und Subkultur schuldig ist.Fast  selbstverständlich  auch:  Neben  all  dieser  Umtriebigkeit  komponierte  Turner während der Monate des Stillstands gleich noch sein nächstes, mittlerweile neuntes Studio-Album „FTHC“, das für den 11. Februar 2022 angekündigt wird und garantiert denselbenWeg nehmen wird wie die vier Vorgänger: Schnurstracks in die Top 3 der britischen  Albumcharts  sowie  in  bald  alle  Album-Hitlisten  in  ganz  Europa.  Und  dies beileibe  nicht  mit  einer auf  den  Massengeschmack  schielenden  Zugänglichkeit, sondern  mit  Turners  höchsteigener,  unkorrumpierbarer  Tonalität  und  stilistischen Handschrift, bei der Punk und Folk, Alternative Rock und Singer/Songwriter zu einem erfrischend  unpolierten,   gleichwohl   hymnischen   Amalgam   verschmelzen. Höreindrücke des Albums versprechen sogar noch mehr: Etwa eine punktuelle Hinwendung zu seinen ursprünglichen brachialen Hardcore-Wurzeln einerseits, andererseits aber auch überraschende Studiogäste wie US-Folker Jason Isbell oder Dominic Howard, sonst Schlagzeuger bei den Olymprockern Muse. Inhaltlich wird „FTHC“ seinen Hörer*innenerneut mindestens ebenso nahe kommen wie Frank Turner den Fans bei seinen Konzerten: Auch in den neuen Songs erweist sich Turner als sprachlich pointierter Chronist des Lebens, seiner Widerstände und Verluste. Meist beschrieben aus einer intimen, autobiografischen Perspektive und doch so erzählt, dass jeder einen individuellen Bezug zu den Textzeilen finden kann. Selbst wenn es, wie in dem Song „Farewell to My City“, um seinen ganz privaten Abschied von London geht, seiner geliebten Metropole, der er in diesem Jahr nach 20 Jahren den Rücken kehrte, für ein künftiges naturbasierteres Leben in Essex. Natürlich: Ein Song könnte kaum noch persönlicher die Seele und das Herz seines Erschaffers wiedergeben -und trotzdem kann man garantieren, dass Hunderttausende von Augenpaaren auf der ganzen Welt beim Hören nass werden dürften, weil er voller Wärme und Wehmut einen endgültigen Abschied illustriert von etwas, das für einen Großteil des eigenen Lebens immer unverzichtbar schien. Es sind -neben seinem fast penetrant ständig neu mit Leben gefüllten Zweitnamen „the hardest working man in showbusiness“ -gerade diese in bestechendeTextzeilen und Melodien gegossenen emotionalen Wahrhaftigkeiten, die Frank Turner immer wie deinen besten, verständnisvollsten Freund wirken lassen. Und zwar für jeden einzelnen Fan.Auf ebendiese unmittelbare Verbindung kann sich das Publikum bei den frisch für das Frühjahr bestätigten Shows freuen, wenn ihr Held mit seinen Sleeping Souls und neuen Songs zu uns auf Tour kommt.